Sieben Monate Haft ohne Bewährung für Tötung einer Katze

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Das ist doch ein sehr schönes kontroverses Thema. Es greift in alle Belange unseres Lebens ein und betrifft jeden.

Aufhänger (kommt ja regelmäßig vor und die Revision bestimmt)
Ein 37-jähriger Mann aus Berlin-Marzahn ist zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten ohne Bewährung verurteilt worden – weil er eine Katze aus dem Fenster seiner Wohnung im fünften Stock geworfen hatte. Die Richterin griff hart durch, obwohl selbst die Staatsanwaltschaft eine mildere Strafe beantragt hatte.

"Der 37-jährige Handwerker hatte in dem Prozess vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten zugegeben, im August 2007 nach einem Kneipenbesuch den Kater aus dem Fenster seiner Wohnung im fünften Stock geworfen zu haben. Das Tier verendete kurz darauf. Es habe sich um eine "Kurzschlussreaktion" gehandelt. Kater Popeye habe seiner Freundin gehört, sagte der Angeklagte. Doch die Frau habe ihn wenige Tage vor der Tat verlassen.

Doch die Richterin ließ sich davon nicht beeindrucken. Zumal Zeugen laut Zeitungsberichten aussagten, er habe den Kater zuvor durch die Wohnung gejagt und getreten. Das Urteil: sieben Monate Haft ohne Bewährung. Das Amtsgericht Tiergarten begründete das ungewöhnlich harte Urteil mit der Notwendigkeit einer abschreckenden Bestrafung nach einer „überaus skrupellosen und rohen Tat gegenüber einem hilflosen Tier“. Um ein Zeichen zu setzen, müsse mit einer erheblichen Sanktion reagiert werden. Laut "Tagesspiegel" hatte der Verteidiger des Tierquälers auf eine Geldstrafe plädiert, auf eine Bewährungsstrafe die Staatsanwaltschaft."

Aufgreifen  kann man hier sicherlich die verschiedensten Themenkomplexe von denen die meisten sicherlich stark polarisieren.

1. Doppelmoral:
- Wirbeltiere/Warmblüter essen, aber die Tötung verurteilen
- Katze mit getöteten Tieren füttern, aber die Tötung der Katze mit Gefängnis bestrafen
- Gesetzliche Trennung im Tierschutzgesetzt sehr kontrovers (Töten, quälen und Ausbluten lassen erlaubt, aber nur mit Genehmigung, sonst 3 Jahre Gefängnis)

2. Strafmaß Angemessenheit:
- Vergleiche (mit anderen Straftaten)
- Abhängigkeit von Motiv und Strafmaß (folgende Motive sind bei Tötung straffrei? - essen, verfüttern, verstromen, zwingende Vorschriften Religionsgemeinschaft, Experimente ...?)
- Strafmaß in Tagessätzen übersteigt das übliche Strafmaß für Menschenleben (15 TEUR)?

3. Meinungen

These: Hätte er sich die Erlaubnis zum Ausbluten lassen (ohne Betäubung) und anschließende Tötung zum Zwecke des Verzehrs seiner Katze geholt wäre alles in Ordnung und legal gewesen (§4a (2) Tierschutzgesetz).

Ich würde gerne den Tierfreund spielen.

Auszüge Tierschutzgesetz:

§ 17

Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
1.         ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder
2.         einem Wirbeltier
            a)         aus Roheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder
            b)         länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden
zufügt.

§ 4

(1) Ein Wirbeltier darf nur unter Betäubung oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden. Ist die Tötung eines Wirbeltieres ohne Betäubung im Rahmen weidgerechter Ausübung der Jagd oder auf Grund anderer Rechtsvorschriften zulässig oder erfolgt sie im Rahmen zulässiger Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen, so darf die Tötung nur vorgenommen werden, wenn hierbei nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen entstehen. Ein Wirbeltier töten darf nur, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat.

(1a) Personen, die berufs- oder gewerbsmäßig regelmäßig Wirbeltiere betäuben oder töten, haben gegenüber der zuständigen Behörde einen Sachkundenachweis zu erbringen. Wird im Rahmen einer Tätigkeit nach Satz 1 Geflügel in Anwesenheit einer Aufsichtsperson betäubt oder getötet, so hat außer der Person, die die Tiere betäubt oder tötet, auch die Aufsichtsperson den Sachkundenachweis zu erbringen. Werden im Rahmen einer Tätigkeit nach Satz 1 Fische in Anwesenheit einer Aufsichtsperson betäubt oder getötet, so genügt es, wenn diese den Sachkundenachweis erbringt.

(2) Für das Schlachten eines warmblütigen Tieres gilt § 4a.

(3) Für das Töten von Wirbeltieren zu wissenschaftlichen Zwecken gelten die §§ 8 b, 9 Abs. 2 Satz 2, im Falle von Hunden, Katzen, Affen und Halbaffen außerdem § 9 Abs. 2 Nr. 7 entsprechend.

 
§ 4a

(1) Ein warmblütiges Tier darf nur geschlachtet werden, wenn es vor Beginn des Blutentzugs betäubt worden ist.

(2) Abweichend von Absatz 1 bedarf es keiner Betäubung, wenn
sie bei Notschlachtungen nach den gegebenen Umständen nicht möglich ist,
die zuständige Behörde eine Ausnahmegenehmigung für ein Schlachten ohne Betäubung (Schächten) erteilt hat; sie darf die Ausnahmegenehmigung nur insoweit erteilen, als es erforderlich ist, den Bedürfnissen von Angehörigen bestimmter Religionsgemeinschaften im Geltungsbereich dieses Gesetzes zu entsprechen, denen zwingende Vorschriften ihrer Religionsgemeinschaft das Schächten vorschreiben oder den Genuß von Fleisch nicht geschächteter Tiere untersagen oder dies als Ausnahme durch Rechtsverordnung nach § 4 b Nr. 3 bestimmt ist.

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Naja der Arme

2

Was ist denn nun aus dem geworden? Der arme Mann :)

Glück gehabt

Gnade der späten Geburt. Der Mann wäre vor 2000 Jahren in Ägypten sofort hingerichtet worden. Ohne Gerichtsverfahren übrigens. Wird jedenfalls hier behauptet: www.von-silver-sikala.de/rassekatzen/rassekatzen-katzenrassen-kurzhaarka...